Corona: Verniedlichung, Verharmlosung

Verniedlichung, Verharmlosung, Verleugnung und Beschönigung gehören zu den klassischen Kommunikationsstrategien, die zu Beginn einer abrupten Krise zum Einsatz kommen. (Baeriswyl, 2018, S. 211) Bei Pandemien kann sich hinter solchen falschen Behauptungen durchaus die gut gemeinte Absicht  verbergen, eine Massenhysterie zu vermeiden. Meist werden solche jedoch im Verlaufe der Krise als Falschaussage, oder als Meinung oder Prognosen, die auf ungesichertem Wissen basieren, entlarvt. Dies war offensichtlich der Fall bei der Aussage von Daniel Koch (BAG) gegenüber der schweizerischen Depeschenagentur (sda): „Ausgehend von Einzelfällen ausserhalb Chinas kann man davon ausgehen, dass jetzt eine Dramatik entsteht. Diese Einzelfälle können isoliert und die Ausbreitung gestoppt werden.“ (Berner Zeitung, 12. Juli 2020)

Verschwörungstheorien

Kaum etwas Gutes abgewinnen kann man allerdings von Aussagen aus dem Lager von Verschwörungstheoretikern, wonach das Virus gar nicht existiere und die „grösste Täuschung“ in der Geschichte der Menschheit sei: „Die Katze ist aus dem Sack – das Virus war ein Schwindel.“ (Correctiv, 17. August 2020; siehe auch stopfake.org, 18. April 2020) Deutsche Corona-Leugner verbreiten über das Facebook die Behauptung, es habe in Deutschland mehrere Wochen lang keine einzige nachgewiesene Sars-Cov-2-Infektion gegeben. (tagesschau.de, den 10. September 2020)

Relativierung statistischer Aussagen

Auf Verharmlosung zielt ebenfalls die von Correctiv als Fake enttarnte Behauptung in einem Blog-Artikel, wonach die US-Gesundheitsbehörde CDC zugegeben habe, dass die Zahl der Infizierten viel geringer ausfalle als ursprünglich angenommen und veröffentlicht. (Correctiv, 17. August 2020)

Irreführende Statistik Grippe-/Corona-Todesfälle (Correctiv)

In dasselbe Kapitel fällt die in deutschen Sozialen Medien kursierende Behauptung, „dass alle Influenza-Sterbefälle in diesem Jahr als Coronavirus-Fälle gezählt worden seien. RKI und Statistisches Bundesamt widersprechen grossteils – und ein dazu geteiltes Diagramm führt in die Irre.“ (Correctiv, 18. August 2020; siehe Bild links)

Verharmlosung gesundheitlicher Auswirkungen

Und schliesslich verniedlicht der emeritierte Professor für Mikrobiologie Sucharit Bhakdi  (Universität Mainz) in einem Video  mit unbelegten Behauptungen und Falschaussagen die gesundheitlichen Auswirkungen des neuen Coronavirus. Dieses Video verbreitete sich im März 2020 über youtube (siehe unten) viral im Netz (Faktenchecker des ZDF, 23. März 2020):

Prof. Sucharit Bhakdi verharmlost Coronavirus (youtube)