Corona: Verängstigung, Verunsicherung, Misstrauen

Angst und Furcht sind emotionale Reaktionen auf drohende Gefahren und ungewisse Situationen, wie dies in der Coronakrise der Fall ist. Missbraucht werden solche Emotionen durch den Einsatz von Fake News, um Panik auszulösen, zu verunsichern oder zu  polarisieren.

Impfungen (siehe auch Verschwörungstheorien)
Schutzmasken während der Spanischen Grippe 1918 (mimikama)

Ein typisches Beispiel für Verängstigung und Panikmache gegen Schutzimpfungen ist die Falschaussage, wonach die Impfung gegen die  Spanische Grippe im Jahre 1918 50 Mio. Menschen getötet haben soll. Tatsächlich fielen damals schätzungsweise 50 Mio. Menschen diesem Grippevirus zum Opfer. Aber: «Erst ab 1945  wurden Impfstoffe gegen Influenza entwickelt. Erst 1930 wurde festgestellt, dass die Grippe durch ein Virus, nicht durch ein Bakterium ausgelöst wird.» (Mimikama, 25. August 2020)

Schutzmasken

Vor dem Tragen von Schutzmasken abschrecken sollen offensichtlich falsche oder gefälschte Bilder mit verunstalteten Gesichtern, was angeblich auf das Tragen von Schutzmasken zurück zu führen sei.

Fake Fotocollage (Correctiv)

Faktenprüfer Mimikama: «Die meisten Fotos stehen in keinem Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Manche Fotos wurden zudem manipuliert.» (Mimikama, 19. August 2020) Solche Bilder verängstigen nicht nur, sondern polarisieren auch, indem sie das von Regierungen verordnete Tragen von Masken in Frage stellen.

Katzen als Träger des Coronavirus

In das Kapitel der Verängstigung und Hetze gehört auch die in Russland und in der Ukraine über das Soziale Netz verbreitete Narrative, Katzen seien Träger des Coronavirus und könnten Menschen infizieren. (Stopfake.org, 9. April 2020) Es handelt sich hier um eine wissenschaftlich nicht belegte Behauptung. Trotzdem wurden aufgrund dieser Meldung in der Ukraine zahlreiche Hauskatzen eingeschläfert oder ausgesetzt.

Emotionen und Meinungen statt Fakten als Entscheidungsbasis

Allgemein kann man feststellen, dass in Krisensituationen wie der Corona-Pandemie Emotionen wie Angst und von Emotionen  geleitete Meinungen die Fakten vernebeln. Rational nicht nachvollziehbare Entscheide sind die Folge. Davor sind auch die Politik und die Wirtschaft nicht gefeit. So schrieb Edgar Schuler, Redaktor des Tages-Anzeiger in einem Newsletter zum Auftakt in die erste Arbeitswoche des Jahrs 2021: «In dieser ungemütlichen Situation wird sich der Bundesrat am Mittwoch über weitere Verschärfungen beraten. Im Hinblick darauf haben sich – wie im antiken Theater – warnende Chöre aufgestellt. Die Linke, angeführt von den Grünen, fordert einen «temporären Shutdown». Umgekehrt will die SVP weiterhin möglichst schnell die Restaurants öffnen, und, so ist zu vermuten, mit Grenzschliessungen Corona in die Knie zwingen. Mittlerweile kennt man dieses Theater. Und man weiss: Der Chor kann kommentieren, intrigieren, moralisieren. Handeln aber müssen andere. Heute zuerst das Bundesamt für Gesundheit. Es gibt nach der Feiertagspause die neusten Zahlen zur Ausbreitung der Seuche bekannt. Und am Mittwoch wird der Bundesrat entscheiden. Zu hoffen ist: aufgrund von Fakten, nicht von politischen Chorgesängen.» (Schuler, 4. Januar 2021)