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Fälle Schweiz

Behandeln Schweizer Spitäler alte Menschen nicht mehr gegen COVID-19?

Der Faktenchecker MIMIKAMA (4 November 2020) auf die folgende Twittermeldung als falsch identifizert: „Einige Menschen haben nicht begriffen, dass ihre Grosseltern die 2. Welle nicht überleben werden. Die Triage-Richtlinien in der Schweiz sehen vor, dass Personen über 85 (+ Leute über 75 mit Vorerkrankung) keinen ITS-Platz bekommen. Egal ob die Prognose sehr gut oder schlecht ist.“ (Twitterperlen)

Gemäss Faktenckecker MIMIKAMA (4. November 2020) betreffen die Schweizer Richtlinien zur Triage nicht nur COVID-19 Patienten, sondern alle, die einen Platz auf der Intensivstation eines Spitals benötigen. Das allgemeine Ziel dieser Richtlinien ist, „möglichst viele Menschenleben zu retten und möglichst wenige Todesfälle zu haben. Sollte die Prognose also gut sein, werden auch Menschen über 85 Jahre aufgenommen, das Alter alleine ist kein Entscheidungskriterium.

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Fälle Schweiz

Wasserfall am falschen Ort

Am 22. Juli 2020 erschien auf Facebook ein Video, das einen Wasserfall in Malaysia zeigen soll. In Wirklichkeit stammt diese Aufnahme aus dem Berner Oberland (Fotografin Sylvia Michel). Das Video ist folglich Fake, da es in einem falschen Kontext dargestellt worden ist. (boomlive.in, den 9. Juli 2020)

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Fälle Schweiz

Corona-Fakes und die Schweiz

Das Internet macht vor den Schweizer Grenzen nicht Halt. So bleibt auch die Schweizer Bevölkerung vor Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien und Anpreisung von „Wundermitteln“ und Kuren im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie nicht verschont.

Klassische Schweizer Medien als Gatekeeper

Unter anderem dank der Vertrauenswürdigkeit klassischer Schweizer Medien beschränken sich Fake News „made in Switzerland“ auf wenige verfälschte oder fehlinterpretierte Statistiken.

Vereinzelt trifft man auch auf Prognosen, die auf ungesichertem Wissen basieren, und sich im Nachhinein denn auch als falsch bestätigen.

Verschwörungstheorien

Verschwörungstheoretiker allerdings nutzen die Verunsicherung und Emotionalisierung einer Pandemie aus, untergraben das Vertrauen in die Regierung und die Glaubwürdigkeit klassischer Medien, indem sie „selbst mit Fake News“ (Nau.ch, 22. August 2020)

  • den Wahrheitsgehalt publizierter Aussagen zu den Auswirkungen und der Verbreitung des Coronavirus in Frage stellen,
  • die Pandemie mit einer saisonalen Grippe vergleichen und damit verniedlichen oder gar die Existenz des Virus verneinen sowie
  • Massnahmen zur Bekämpfung als unverhältnismässig verurteilen. (Nau.ch, 22. August 2020)

Solche im Netz und in „alternativen“ Sites aus der Schweiz verbreiteten Verschwörungstheorien finden auch bei Schweizern Gehör. (Aargauer Zeitung, 27. Juni 2020) Gemäss einer Befrgaung der Zürcher Hochschule ZHAW aus dem Jahr 2019 war „bereits jeder dritte Minderjährige und Erwachsene ausgesprochen empfänglich für Verschwörungstheorien. Sie bejahten  beispielsweise Fragen wie: ‚Es gibt geheime Organisationen, die grossen Einfluss auf politische Entscheidungen haben.‘ Oder: ‚Politiker und andere Führungspersönlichkeiten sind nur Marionetten der dahinterstehenden Mächte.'“ (Sonntagszeitung, 8. November 2020, S. 11)

Polarisierung und Demonstrationen
Lockdown-Demo vor Bundeshaus Bern (watson.ch, 26.Juni 2020)

Empörung, Randalierereien und Protestaktionen wie Demonstrationen sind die Folge von in Echokammern widerhallenden Behauptungen wider besseres Wissen.  (mimikama, 3. September 2020) Dirk Baier, Leiter des Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention an der Zürcher Hochschule ZHAW, befürchtet, dass sich diese Situation mit der 2. Welle noch zuspitzt: „Die Bewegung der Verschwörungstheoretiker könnte künftig noch mehr Zulauf erhalten.“ (Sonntagszeitung, 8. November 2020, S. 11)

Offensichtlich zieht man hier unter den Bannern von Grundrechten wie Freiheit, Meinungsäusserungsfreiheit und Gesundheit in die Schlacht und untergräbt dabei das Fundament, das diese Grundrechte überhaupt erst ermöglicht: die Wahrheit.

 

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Zürcher Gokart-Gang: „Der wilde Werner“

„Jetzt müssen wir alle ganz stark sein: Es gibt sie nicht, die irre Gokart-Gang, die das nächtliche Zürich unsicher macht. Es gibt keine gepimpten Rides, keine Rennen mit anschliessenden Raves, keinen neuen Underground-Trend. Die Videos davon wurden von zwei Cast-Studenten der ZHdK produziert, verfälscht und gezielt medial verbreitet – als Bachelor-Abschlussarbeit.“ (Rafaela Roth, www.watson.ch)